Haarausfall kann verschiedene Ursachen haben, die erst abgeklärt werden müssen, bevor ein Medikament zur Linderung oder Heilung eingesetzt wird. Leiden Sie an Haarausfall, haben Sie verschiedene Möglichkeiten, sich behandeln zu lassen. In Haarsprechstunden beim Dermatologen, wohin Sie Ihr Hausarzt überweisen wird, oder in Hautkliniken können Sie Ihr Problem mit einem Spezialisten abklären. In Deutschland wird in die Alopecia-Forschung nicht übermäßig investiert, in den USA sieht es da anders aus. Die Forschungsergebnisse ermöglichen dort die Entwicklung von Präparaten, die in Deutschland nicht zugelassen sind, z. B. melatoninhaltige Medikamente.
Bei diffusem Haarausfall oder Schäden der Haarstruktur wird in Deutschland Pantovigar verschrieben. Es enthält Cystin und Vitamine der B-Gruppe, die die Haarwurzeln anregen sollen, neue Haare wachsen zu lassen. Dieses Medikament wird Frauen und Männern verschrieben.
Frauen, die während und nach einer Schwangerschaft an starkem Haarverlust leiden, haben vermutlich eine hormonelle Störung. Durch den hohen Östrogenspiegel in der Schwangerschaft verliert die Frau kaum Haare, aber nach der Geburt des Kindes gehen dann einige Haare verloren, die dann nach einiger Zeit wieder nachwachsen. Krankhaft ist der starke Haarverlust während der Schwangerschaft oder wenn nach der Geburt die Haare in Mengen ausgehen, eventuell bis zu Glatzenbildung. Hier könnte eine Anti-Baby-Pille oder eine Hormonbehandlung helfen.
Alopecia areata ist entzündlicher Haarausfall, der Kinder, Männer und Frauen treffen kann. Die Haare fallen kreisförmig aus. Alopecia totalis bedeutet, dass alle Kopfhaare ausgefallen sind, Alopecia universalis meint den Haarausfall im gesamten Körperbereich (Kopfhaar, Wimpern, Augenbrauen, Achselhaare usw.) In Deutschland leiden 800.000 Menschen an einer Alopecia. Die Ursache ist vermutlich eine Störung des Immunsystems: Die Haarwurzeln werden als Fremdkörper angesehen und bekämpft. Das führt zu Haarausfall. Ausgelöst werden kann die Alopecia durch eine schwere Krankheit wie eine Salmonelleninfektion. Es gibt bis jetzt kein Medikament, das eine 100%ige Heilung garantiert. Manche Patienten haben Erfolg mit hohen Zinkgaben wie im Medikament Zinkhistidin oder Zinkamin-Falk. Patienten mit einer Alopecia müssen geduldig sein, denn ein Heilungserfolg kann sich erst nach einem halben Jahr einstellen oder noch später.
Als Mutter eines an Alopecia universalis erkrankten Sohnes wünsche ich allen Betroffenen alles Gute und Erfolge bei der Heilung.