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Medikamente bei Depressionen
Da die Depression eine ernst zu nehmende, häufige, und häufig nicht erkannte Erkrankung ist, ist es wichtig, dass Sie sich bei Ihrem Arzt vorstellen, wenn Sie an sich selbst verstärkt Symptome wie Antriebsarmut, den Verlust von Lebensfreude oder gar Suizidgedanken wahrnehmen. Aber auch in versteckter Form kann eine Depression auftauchen und körperliche Symptome wie Müdigkeit, Verdauungs- und Schlafstörungen, oder sexuelles Desinteresse bewirken. Die Palette der Präparate, die gegen Depressionen eingesetzt werden, ist lang, und je nach Symptomatik gibt es unterschiedliche Empfehlungen. Nach aktuellen Erkenntnissen beruht die Depression auf einem Ungleichgewicht von Botenstoffen im Gehirn, und dort setzt die Pharmakologie an. Die ältesten, schulmedizinischen Wirkstoffklassen sind die MAO-Hemmer und die der trizyklischen Antidepressiva, auch NSRI, die auch bei chronischen Schmerzen eingesetzt werden und relativ unspezifisch wirken. Neuere Medikamente, die selektiv an einzelnen Botenstoffen angreifen sind die SSRI, NARI und SNRI, aber auch alpha-2-Rezeptorantagonisten kommen zum Einsatz. Da diese Stoffe einen Produktionsprozess im Gehirn anregen und in verschiedenen Regionen angreifen, tritt ihre antidepressive Wirkung im Allgemeinen erst mit einer Verzögerung von 2-4 Wochen ein, was besonders deshalb bedauerlich ist, da die Nebenwirkungen, von denen sich die meisten wieder zurückbilden, oft schon früher auftreten und somit zu einem häufigen, voreiligen Abbruch der Therapie führen. Bei vielen Präparaten leiden die Patienten unter Schwitzen, Kreislaufproblemen oder Kopfschmerzen. Diese unerwünschten Wirkungen sind je nach Stoffklasse unterschiedlich, so geht die Gabe von SSRIs eher mit Verdauungsproblemen, Schlafstörungen oder sexuellen Funktionsstörungen einher, bei NARIs kommt es eher zu Problemen beim Wasserlassen oder zu Mundtrockenheit. Insbesondere bei MAO-Hemmern sollten Sie auf eine tyraminarme Ernährung achten, um schwere Nebenwirkungen zu vermeiden. Dazu zählen viele Käsesorten, Rotwein, oder Schokolade. Viele Betroffene flüchten sich angesichts dieser langen Liste in die Naturheilkunde, in der man die Depression mit Johanniskraut-Präparaten behandelt, doch auch Johanniskraut hat Nebenwirkungen. So sollten insbesondere junge Frauen bedenken, dass der Abbau der Pille beschleunigt wird und eine Empfängnisverhütung nicht mehr gesichert sein kann.